Travemünde, am Ende eine Erfahrung

Für den Bouler: Travemünde sehen und sterben!?
Man fährt ja nicht nach Travemünde zum Holsten Turnier, um früh aufzustehen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und dann sang- und klanglos unterzugehen… na gut, manchmal eben doch.
Die gute Nachricht zuerst: Die Qualifikation fürs A-Turnier im Doublette haben wir, Sibylle aus Berlin und ich souverän eingetütet. Bei dem Teilnehmerfeld fast schon ein kleiner Triumph – kurz fühlten wir uns wie ernsthafte Titelanwärter. Kurz.
Dann kam das erste Spiel im A-Turnier. Endstand: 1:13. Man könnte sagen, wir haben den Gegnern einen Punkt geschenkt – aus reiner Höflichkeit. Unsere jungen dänischen Kontrahenten spielten nämlich so präzise, dass wir uns zwischendurch fragten, ob sie heimlich eine Wasserwaage und Zollstock im Gepäck hatten.
Wir selbst? Nun ja… sagen wir so: Wir haben das Spielfeld sehr gründlich kennengelernt – aus allen Perspektiven. Kugeln zu kurz, zu lang, mal links, mal rechts – wir wollten einfach jede Variante ausprobieren.
Der kleine Trost folgte später: Unsere Bezwinger kassierten im nächsten Spiel ein 0:13 gegen die späteren Turniersieger. Das hebt die Moral ungemein – wir haben also nur gegen die geschlagen verloren, die gegen die ganz Guten verloren haben. Klingt fast wie ein Erfolg.

Unterm Strich bleibt: A-Turnier erreicht – Haken dran. Früh raus – auch erledigt. Erfahrung gesammelt – reichlich. Und Travemünde war sowieso wieder eine Reise wert: tolle Stimmung, starke Spieler aus ganz Europa und die Gewissheit, dass man selbst noch Luft nach oben hat. Viel Luft.

Beim nächsten Mal greifen wir wieder an. Und vielleicht schaffen wir dann sogar zwei Punkte.
Fotos von Gisela Hintzmann
Hannes

